Die Elf des 19. BuLi-Spieltags

Hast du eigentlich schon mal die Fußball-Bundesliga aus sozialwissenschaftlicher Perspektive betrachtet? Das zurückliegende WE bietet in der Hinsicht mehrere hochinteressante Ansätze: Zum einen sind Sport und insbesondere Fußball weder wissenschaftlich berechenbar noch derart beständig wie soziostrukturelle Prognosen. Das ist auch gut so. Und dennoch gewinnt heutzutage meist der Größere. Das Märchen, dass der kleine David den übermächtigen Goliath schlägt, wurde dieses WE nicht geträumt – so ziemlich alle Klubs der Tabellenspitze setzten sich gegen die Kellerkinder durch. Mit anderen Worten: Die soziale Schere geht immer weiter auseinander.

Erkenntnis Nr. 2: Die soziale Ungleichheit nimmt extreme Ausprägungen an, sobald sie einmal existiert. Falls es an diesem WE eine Toralarm-Challenge für die Bundesliga gegeben hätte, hättest du hier kräftig abräumen können. Ganze 37 Tore fielen diesen BL-Spieltag, Offensivkünstler und schwächelnde Abwehrreihen gaben sich wieder einmal die Klinke in die Hand. Leidtragender dieser Machtdemonstrationen: die kleinen Fische im Raubtierbecken Bundesliga, deren Aussterben immer wahrscheinlicher wird. Wobei dies ja kein neuer Trend ist, sondern eine Langzeiterkenntnis.

Als Fußball-Fan interessierst du dich aber vermutlich eher für die aktuellen Ereignisse 😉 Welche lauten: Offensive Außenverteidiger verdrängen mit Toren und Assists reine Defensivspezialisten oder Innenverteidiger aus dem Mittelpunkt. Bezeichnend, dass wir in Wendt und Kimmich zwei nominelle Außenspieler diesen Spieltag zentral aufbieten müssen.

Die Superreichen und Erfolgreichen präsentierten derweil ihre Klasse – die Dortmunder, Münchener, Gladbacher, Hoffenheimer & Leverkusener Offensiven zeigten sich von ihrer besten Seite. Nicht nur Thiago, Reus, Demirbay, Herrmann, Poulsen und Volland konnten dieser Tage glänzen, ein Götze, Sancho, Witsel, Brandt Konoplyanka oder Eggestein erbrachten ebenfalls tolle Leistungen und verpassten dennoch mit starken elf Punkten allesamt den Sprung in die Elf der Woche haarscharf. Was uns zur nächsten Aussage führt: Die Spitze der BL-Topspieler ist breiter geworden.

Einer ragte unter diesen speziell heraus und hat von der Veranlagung grundsätzlich sogar das Potenzial in der weltweiten Elite aufzutauchen. Bayerns Thiago war in den letzten Saisons leider zu oft Sorgenkind denn Heilsbringer. Gegen Stuttgart deutete er mal wieder seine Extraklasse an.

Wie er den ersten Treffer technisch brilliant erzielte, war höchste Kunst. Noch mehr waren aber Thiagos überragende Ballverteiler-Fähigkeiten gefragt: mit über 100 Ballaktionen bekam er den Ballmagnet-Bonus und konnte sich mit diesen zwei Zusatzpunkten zum MVP krönen. Sind wir an dieser Stelle doch mal ehrlich: Menschen solcher Spitzenklasse schauen wir gerne in ihrem Wirken zu!

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