Die Elf des 24. BuLi-Spieltags

Wie lange tickt die Uhr noch? Falls du noch keine Wette auf einen Rauswurf von Schalke-Trainer Tedesco abgegeben haben solltest, wird es jetzt höchste Eisenbahn! Selten schient die Stimmung auf Schalke trostloser als nach der 0:4 Heimklatsche gegen den Revier-Rivalen Düsseldorf. In Hannover kann 96-Coach Doll ein Lied davon singen. Zum wiederholten Male sprach er seinem Team die Bundesliga-Tauglichkeit sowie Bereitschaft ab, überhaupt die Klasse halten zu wollen („jeder schämt sich für so einen Auftritt“).

Unsere Empfehlung: Verkaufe schleunigst auch deine letzten Kaderleichen im königsblauen oder 96-Dress, mit denen würdest du nicht mal im Frühjahr bei Drecksarbeit auf dem Feld einen Blumentopf gewinnen.

Kommen wir zu den erfreulichen Nachrichten des Spieltages. Nutznießer der Schalker und Hannoveraner Arbeitsverweigerung waren Düsseldorf und der VfB Stuttgart. Insgesamt drei Spieler schafften es aus beiden Teams in die Elf der Woche und dabei ist Fortunas Doppeltorschütze Dawid Kownacki noch nicht einmal berücksichtigt. Stattdessen katapultierte sich sein Teamkollege Benito Raman in die Auswahl mit einem Tor plus Vorlage. Er war einer der Hauptdarsteller in dem Schalker Drama: Wie konter ich die Heimmannschaft im eigenen Stadion aus und bringe die gegnerischen Fans auf die Barrikaden? 😀

Nicht unerwähnt bleiben soll neben all den ganzen Abstiegs-Traumata und Klassenerhalts-Träumen der Gala-Auftritt des FC Bayern. Mit einem satten 5:1 schossen die Münchner die Fohlenelf aus deren eigenen Stadion und zauberten vermutlich die beste Saisonleistung aufs Parkett. Besonders das Tempospiel nach vorne – resultierend aus zahlreichen Gladbacher Ballverlusten – funktionierte brilliant wie selten gesehen. Paradebeispiel des rasanten Umschaltspiels: Serge Gnabry, der sich mit dem Sprung in die Elf des Tages belohnte. Ebenso wie Teamkollege Robert Lewandowski, der Nutznießer und Endstation vieler toller Kombination darstellte und in altbekannter Manier zwei Bälle versenkte.

Für das Kuriosum des Spieltages sorgte Herthas Niklas Stark: Er fabrizierte direkt zu Beginn des 2. Durchgangs ein Eigentor und bügelte diesen Fauxpas keine Viertelstunde später mit einem eigenen Treffer wieder aus. Gleichzeitig stellte das 2:1 den Siegtreffer über Mainz dar, Stark dürfte am Samstag-Abend mehrere Runden ausgegeben haben, fürs Team des Spieltages wurde er schließlich auch nominiert.

Ebenso kurios ist der Werdegang von Ozan Kabak. Was wurde Stuttgarts ehemaliger Sportvorstand Michael Reschke nicht kritisiert für die sündhaften teuren Transfers vermeintlicher Supertalente (die Außenverteidiger Maffeo und Sosa floppten bisher). Innenverteidiger Kabak kam im Winter für 11 Mio. aus der Türkei, mit zarten 18 Jahren. Und erarbeitete sich sofort einen Stammplatz.

Natürlich konnte er kaum das Ruder entscheidend rumreißen in den letzten Wochen. Am Sonntag gegen Hannover jedoch schon: Zweimal traf er per Kopf nach Ecke und sorgte früh vor klare Verhältnisse im Spiel (3:0-Führung zur Pause). Zudem zeigte er eine reife Abwehrleistung und verwies mit 15,3 Punkten sogar Teamkollege Steven Zuber (2 Tore, 1 Vorlage) auf die Plätze. 

Wir gratulieren ihm zu einer erwachsenen Vorstellung und zur MVP-Medaille! Und Herrn Reschke zu einem gelungenen Transfer – Stand heute.

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